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Wie innere Anteile unsere Partnerschaft bestimmen!

  • vor 8 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Ganz ehrlich, in unserer Paarberatung erleben wir es täglich, wenn Paare kommen und denken, der andere sei das Problem.


Wenn mein Partner sich mehr um den Haushalt kümmern würde, wenn meine Partnerin mal entspannter wäre, wenn er sich mal für die Schulaufgaben der Kinder interessieren würde und wenn sie nicht immer so emotional wäre, dann, ja dann wäre alles easy.


Die schlechte Nachricht, so wird es leider nichts!


Denn Paare streiten selten nur miteinander – sie kämpfen mit inneren Stimmen, sie agieren aus verletzten inneren Anteilen, die meist schon lange vor der Partnerschaft da waren.

Da spricht nicht nur der Partner oder die Partnerin. Da spricht ein innerer Anteil. Einer der beschützen möchte, einer, der will, dass alles funktioniert und unter Kontrolle ist, oder einer der Angst hat, wieder zu kurz zu kommen, nicht gewollt zu sein


Wer will schon den alten Schmerz wieder fühlen, den wir größtenteils schon aus unserer Kind- und Jugendzeit oder früheren Beziehungen mitschleppen.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die uns hindern nicht so zusammenzukommen, dass es sich wirklich gut anfühlt.

Vorwiegend geht es in der Praxis nicht um Kommunikation oder Konfliktlösungen. Es geht um innere Anteile, die miteinander in Beziehung treten. Genau hier setzen wir in der Paarberatung an. Wir gehen davon aus, dass wir nicht aus einer einzigen Persönlichkeit bestehen. Wir tragen verschiedene innere Anteile in uns – und jeder davon hat eine Geschichte.


  • ein Anteil, der Nähe sucht

  • ein Anteil, der Angst vor Verletzung hat

  • ein Anteil, der stark sein muss

  • ein Anteil, der sich zurückzieht

  • ein Anteil, der um Anerkennung kämpft


In unseren Beziehungen aktivieren wir Bewältigungs- und Schutzmechanismen, die uns früher geholfen haben, doch heute nicht förderlich sind, um Verbindung herzustellen. Sie führen oftmals zu mehr Konflikten.


Und so stellen wir im Coaching rasch fest, dass viele Paarkonflikte eigentlich Konflikte zwischen inneren Anteilen sind, die wir uns bewusst werden dürfen. Das ist wichtig, damit wir zu mehr Eigenverantwortung kommen und unser SELBST wieder in Führung gehen kann.

Wenn wir das nicht tun, bestimmen unsere verletzten unsicheren oder kontrollierenden Anteile unser Leben.


Ich möchte euch ein einfaches Beispiel zeigen:

Viele Partnerinnen sagen zu ihrem Mann:

„Du bist nie für mich da, wenn ich dich brauche!“


Manchmal steht dahinter ein Anteil, der sich früher schon oft allein gefühlt hat. Etwas Altes, was in uns einsam ist, wir aber nicht mehr spüren möchten.

Darauf zieht sich der Partner häufig zurück. Nicht aus Gleichgültigkeit –sondern weil einer seiner Anteile gelernt hat: Wenn es emotional wird, wird es wieder anstrengend.


Und schon begegnen sich zwei Schutzstrategien. Nicht zwei schwierige Menschen. Sondern zwei verletzliche Systeme.

Diese Perspektive verändert unglaublich viel. Dann weiß ich, ich bin nicht in Gefahr, ich bin sicher, ich bin getragen, ich bin beschützt und ich kann frei um meine Bedürfnisse kümmern und sie auch mitteilen.

 

Warum diese Arbeit so heilsam für Beziehungen ist:


Der größte Gewinn der Anteilarbeit ist, dass sie Paare aus der Schuldfrage heraus holt.

Wir müssen nicht mehr Recht haben, erklären, argumentieren, diskutieren und uns wehren.


Dann können wir erkennen, dass unser Verhalten eine Suche nach Bindung, nach Verbundenheit ist und Eifersucht oder Klammern aus einer alten Angst entsteht, wir müssen es nicht mehr verdecken oder uns dafür schämen, dass wir Verlust oder Versagensangst in uns tragen.

Das bringt Weichheit in Beziehungen und so kann echte Begegnung auf Augenhöhe stattfinden.


Ein kleines Rezept aus der Beziehungsküche:


probiere beim nächsten Konflikt einmal Folgendes:

Welcher Anteil in mir spricht gerade?

Was bräuchte dieser Anteil – von mir selbst?

Diese kleine innere Verschiebung kann enorm viel verändern.

Denn Beziehung beginnt immer in unserem Inneren.

 

Herzliche Grüße

BIRGIT aus der Beziehungsküche

 
 
 

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